Rund 2.500 Schüler*innen aus 16 Schulen des Regionalverbands Saarbrücken beteiligten sich am 2. April an einem Sternmarsch durch die Saarbrücker Innenstadt. Ausgehend von mehreren Treffpunkten zogen die Jugendlichen gemeinsam zum Schlossplatz, wo eine Abschlusskundgebung stattfand. Unter dem Motto „Gemeinsam laut gegen Rassismus“ setzten sie ein sichtbares Zeichen für Vielfalt, Toleranz und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Initiiert wurde die Aktion vom Team Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage der Friedrich-List-Schule. Hintergrund der Initiative sind zunehmende Berichte von Schüler*innen über Fremdenfeindlichkeit im Alltag sowie die Wahrnehmung, dass gesellschaftliche Hemmschwellen sinken. Ziel des Sternmarsches war es, als Schulgemeinschaft Haltung zu zeigen und deutlich zu machen: Rassismus darf keinen Platz in unserer Gesellschaft haben.
Die Aktion ist zugleich ein gelungenes Beispiel für funktionierende Netzwerkarbeit bei Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage: Die ursprüngliche Idee entstand nicht in Saarbrücken selbst, sondern wurde von einer Schule aus Völklingen inspiriert. Diese hatte ihren jährlichen Schweigemarsch im Rahmen eines Landesnetzwerktreffens von Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage vorgestellt.
Aus diesem Impuls heraus entwickelte sich an der Friedrich-List-Schule die Idee, einen Sternmarsch in Saarbrücken zu organisieren. Besonders hervorzuheben ist dabei, dass die Aktion bewusst nicht auf Mitgliedsschulen des Netzwerks beschränkt wurde. Vielmehr wurden auch weitere Schulen eingeladen, sich zu beteiligen – ein offener Ansatz, der Reichweite, Sichtbarkeit und Wirkung deutlich verstärkte.
Auch Vertreterinnen aus Politik und Verwaltung unterstützten die Aktion und würdigten das Engagement der Jugendlichen. Im Mittelpunkt stand dabei die klare Botschaft, dass gesellschaftlicher Wandel aktives Handeln und Zivilcourage erfordert.
Bildungs-Staatssekretärin Jessica Heide betonte in ihrem Grußwort: „Ich bin gerührt, dass so viele Menschen heute da sind, um laut gegen Rassismus zu sein. Laut sein heißt für mich Haltung zeigen“ und forderte die Jugendlichen auf, ganz laut zu sein, woraufhin ein Jubelsturm begleitet von einem schrillen Trillerpfeifen folgte.
Regionalverbandsdirektorin Carolin Lehberger und Bürgermeisterin Barbara Meyer zeigten sich beeindruckt von der großen Anzahl der Teilnehmenden.
Farida Boukari vom Change Network wies in ihrem Beitrag darauf hin, dass es nicht reiche, nur Zeichen zu setzen. Vielmehr ginge es darum, Rassismus als ein System anzuerkennen und in diesem Zusammenhang über Machtverhältnisse zu sprechen.
Gemeinschaftsaktionen wie dieser Sternmarsch sind ein zentraler Bestandteil von Demokratiebildung. Sie ermöglichen jungen Menschen, gesellschaftliche Themen nicht nur theoretisch zu behandeln, sondern aktiv zu gestalten. Indem Schülerinnen und Schüler gemeinsam planen, organisieren und öffentlich Position beziehen, erfahren sie Selbstwirksamkeit – also das Gefühl, mit ihrem Handeln tatsächlich etwas bewirken zu können.
Gerade in Zeiten zunehmender gesellschaftlicher Spannungen stärkt dies wichtige demokratische Kompetenzen: Verantwortung übernehmen, Haltung zeigen, solidarisch handeln und für gemeinsame Werte eintreten. Solche Erfahrungen prägen nachhaltig und fördern das Vertrauen in die eigene Stimme sowie in demokratische Prozesse.






